Meine 3-Wochen-Reise zum perfekten Brautkleid in Hamburg

Nach 23 Jahren Beziehung haben wir es getan.

Nicht lange geplant, nicht auf den „perfekten Zeitpunkt“ gewartet. Sondern entschieden: Jetzt oder nie.

Noch vor dem Jahreswechsel haben wir gesagt: Wir heiraten.
Und plötzlich war klar: Es bleiben drei Wochen.
 

Am nächsten Tag habe ich mir ein Brautmodengeschäft ausgesucht, das mir in den Monaten zuvor beim Vorbeifahren immer wieder ins Auge gefallen war: DEAR BRIDE.
Ich rief an, bekam direkt einen Termin für den folgenden Tag – und schon das erste Telefonat war etwas Besonderes. Ich wurde herzlich empfangen, mir wurde ruhig erklärt, wie der Termin ablaufen würde, und ich hatte sofort das Gefühl: Hier kümmert man sich um mich.

Auch die Terminzeit wurde extra so gelegt, dass wir trotz meines sehr engen Zeitplans genug Raum hatten. Das allein hat mir schon sehr viel Druck genommen.

Mit Plan und ganz klaren Vorstellungen

Auf dem Weg zu meinem „Tag des Kleides“ habe ich mir Notizen gemacht. Ich wusste ziemlich genau, was ich nicht wollte:

  • kein Korsett
  • kein walla-walla Prinzessinnenrock
  • keine Schleppe
  • nicht schulterfrei
  • keine Träger

Was ich mir für meine Winterhochzeit wünschte:

  • Ärmel
  • fließenden Tüll
  • zarte Spitze
  • ein wenig Glitzer
  • feminin, aber nicht verkleidet

Dazu kam: Ich trage normalerweise Größe 42. Brautkleider fallen bekanntlich sehr unterschiedlich aus, und größere Änderungen wären in 21 Tagen schlicht nicht machbar gewesen. Es musste also wirklich passen.

Die Begegnung, die alles verändert hat 

Und dann war da Eva.
Ihre ruhige, liebevolle und gleichzeitig unglaublich kompetente Art hat vom ersten Moment an zu mir gepasst. Diese Harmonie war für mich entscheidend – sie hat mir Sicherheit gegeben und mir geholfen, ehrlich auf mein Gefühl zu hören.

Besonders schön fand ich, dass wir gemeinsam die Kleider ausgesucht haben. Nicht viele Meinungen von außen, kein Reinreden – nur ich, mein Gefühl und Evas geschulter Blick.

Die ersten zwei Kleider, die ich selbst auswählte, entsprachen ziemlich genau meinen Pinterest-Ideen. Sie waren schön – aber da war nichts.

Kein Wow.
Kein Ich bin die Braut.
Kein Gefühl von Einzigartigkeit.

„Darf ich dir etwas vorschlagen?“

Eva merkte das sofort und fragte mich offen, ob ich bereit wäre für einen Vorschlag. Ich sagte ja.

Sie kam mit einem Kleid zurück, das ich aus der Ferne ablehnte.
Es hatte alles, was ich nicht wollte.

Walla-walla. Prinzessin. Genau das Gegenteil meiner Liste.

Ich lehnte ab – sie akzeptierte es und brachte das Kleid zurück zur Stange.
Nach kurzem Zögern kam sie jedoch noch einmal zurück. Mit demselben Kleid.

Und sagte nur:
„Ich habe da so ein Gefühl. Würde es dich stören, es einfach einmal anzuprobieren?“

Warum nicht?
Zeit hatten wir und im schlimmsten Fall wäre es eben nicht mein Kleid.

Der Moment

Schon beim Anziehen in der Kabine passierte etwas.
Nichts kratzte, nichts zwickte.
Es war leicht. Bequem. Warm.
Ich fühlte mich plötzlich richtig wohl.

Ich trat vor den Spiegel.
Gemischte Blicke.
Ich drehte mich.
Und sah mich, in dem Kleid, das alle Kriterien hatte, die ich eigentlich ausgeschlossen hatte.

Eine Sekunde.
Ein Wow.
Und dann dieses Gefühl.

Mein Kleid.

 Ich ließ es wirken und dann platzte es aus mir heraus:
„That’s my dress!!“

Als das Kleid mehr wurde als „nur“ ein Kleid

 Im Nachhinein wurde mir noch etwas ganz anderes klar:
Dieses Kleid hat nicht nur mich gefunden. Es hat am Ende meinen gesamten Hochzeitstag mitgestaltet. Denn mit so einem Kleid darf man sich nicht nur für einen Moment besonders fühlen, sondern den ganzen Tag über.

Genau deshalb hat es auch unsere Location bestimmt.
Wir haben uns für das Herrenhaus in Viecheln entschieden – einen Ort mit Geschichte, Ruhe und einer ganz eigenen Magie. Für unser Shooting war es der perfekte Rahmen: stilvoll, elegant und gleichzeitig warm und authentisch. In diesem traumhaften Kleid an diesem besonderen Ort zu stehen, hat alles miteinander verbunden. Es fühlte sich rund an. Stimmig. Genau richtig.

Dieses Kleid brauchte Raum und diesen Raum haben wir ihm gegeben.

Mein Fazit

Manchmal kommt alles anders als geplant.
Und manchmal muss man einfach offen sein und sich tragen lassen.
 

Dieses Kleid war alles, was ich nicht wollte.
Und am Ende alles, was ich gebraucht habe.

Ich bin Eva unendlich dankbar, dass sie nicht locker gelassen hat, dass sie mir vertraut hat und mich dieses Kleid anziehen ließ, das offenbar schon auf mich gewartet hat.
Ohne ihren Blick hätte ich es nie wahrgenommen.

Was ich zukünftigen Bräuten von Herzen empfehlen möchte

Geht nicht mit zu vielen festen Einschränkungen an die Kleidsuche.
Erlaubt euch, offen zu sein – und euch an diesem Tag vom Gefühl und von der Kompetenz eurer Beraterin tragen zu lassen.

Mein wichtigster Tipp:

·        Erst das Kleid wählen dann die Location.

Denn am Ende möchte man nicht auf sein Kleid verzichten, nur weil man sich im Vorfeld auf eine andere Location festgelegt hat.

Unsere Hochzeit war für uns so gelungen, weil:

  • nur Menschen da waren, die es uns von Herzen gewünscht haben
  • wir wenig festes Programm hatten
  • wir unseren Gästen viel Raum gegeben haben, den Abend mitzugestalten

So entstand keine Langeweile, sondern Leichtigkeit.
Wir haben 20 Stunden Hochzeitsfete gefeiert, bis ich als Braut wirklich nicht mehr konnte.
 

Und ganz praktisch:
Sorgt für ausreichend Schlaf am Tag davor. Vielleicht könnt ihr euch ein Zimmer fernab von der ganzen Trubel, konzentriert euch nur auf euch und eure Erholung für die bevorstehende Party.

Denn dieser Tag darf lang, intensiv, emotional und unvergesslich sein

Location: @herrenhausviecheln
Photographer: @jaronkwast.photography

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